
Wieder muss der BABV von einem seiner großen Sportler Abschied nehmen. Völlig überraschend verstarb am gestrigen Nachmittag kurz nach seinem neunundsiebzigsten Geburtstag der Augsburger Eduard Lebold. Edi, wie er von seinen Freunden genannt wurde, konnte für sich in Anspruch nehmen, einer der bekanntesten Amateurboxer zu sein, der mit seinem Boxstil zu begeistern wusste. Seine überragende Technik und sein unbedinger Siegeswille stempelten ihn zu einem der ganz Großen im bayerischen Boxsport.
Zum Boxen kam Lebold mit 11 Jahren und bestritt seine ersten Kämpfe unter dem Namen Huber, dem Namen seines Stiefvaters, um später unter den Namen seiner Mutter zu kämpfen. Bereits damals erkannten seine Trainer sein enormes boxerischen Potential, das ihn später zu einem der Publikumslieblinge in Augsburg werden ließ. In der Großzeit des Boxens in Augsburg füllte allein sein Name den Augsburger Ludwigsbau. Mit 28 Jahren hing er nach 181 Kämpfen bei 153 Siegen die Boxhandschuhe an den berühmten Nagel. Zu den Höhepunkten seiner boxerischen Laufbahn gehörten zweifelsohne zahlreiche Titel bei Bezirks- und Landesmeisterschaften, Einladungen in die bayerische Auswahl und die Berufung in die DABV-Nationalstaffel.
Nach Beendigung seiner aktiven Zeit erwarb Lebold die Trainerlizenz und trainierte fast zehn Jahre die Aktiven des TSV 1847 Schwaben Augsburg, um anschließend die Boxabteilung in der SG MBB Augsburg aufzubauen. Seine Trainingsmethoden waren hart, unkonventionell aber äußerst erfolgreich. In beiden Vereinen lebte er vorbildlich seinen Schützlingen seine Sportart vor und führte - um nur einige zu nennen - die Brüder Edis und Wiedemann zu deutschen Meistertiteln.
Grundlage für diese Erfolge sah Lebold vor allem im konditionellen Bereich. Sein bester Ausspruch diesbezüglich: `Wenn den Gegnern das Benzin ausgeht, dann kommen meine Boys`.
Mit 75 gab er das Traineramt an einen Jüngeren ab, ohne aber den Bezug zu seinem Verein und seinen `Jungs` zu verlieren. Der BABV honorierte sein erfolgreiches Schaffen mit der Verleihung der Goldenen Ehrennadel.
Edi Lebold war im positiven Sinn ein Boxverrückter, der sich mit seiner sympathischen Art viele Freunde geschaffen hat. Es fällt schwer zu akzeptieren, dass er - der Edi - für immer vom Boxring verbannt ist. Ohne ihn ist die Boxszene zumindest in Bayern um einiges ärmer geworden.
Der Bayerische Amateur-Box-Verband trauert um einen hervorragenden Sportler und Menschen, der kaum wie ein anderer den Boxsport so stark geprägt hat. Der BABV wird Lebold stets in bester Erinnerung behalten.
Der Trauergottesdienst findet am Dienstag, 10. März 2015 um 9.30 Uhr in St. Pius in Haunstetten, die Beerdigung um 10.30 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt.




